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| 12.08.2010 |
| News | |
Ein Mann, ein Gang, ein Brocken, zwei Ziele |
Seit Wochen denke ich darüber nach, zum Brocken zu fahren. Habe aber niemanden gefunden, der mitkommt. Mit Übernachtung und so. Ich fand also keinen, der Zeit oder Lust hatte, mit mir ein Wochenende durch den Harz zu radeln.
Irgendwann sagte ich mir dann halt, okay, dann mache ich es eben alleine, nur eben ein bisschen verschärfter: Von Kirchlengern zum Brocken, Fotos machen, und dann wieder zurück. Hin und zurück ca. 400 km.
Mit Minimal-Gepäck, das heißt, nur das, was ich anhabe plus ein paar Armlinge für die nächtliche Rückfahrt, Beleuchtung, Flickzeug, Fotoapparat, zwei Flaschen und mein kleiner Rucksack mit einer 2-Liter-Trinkblase, Handy, ein paar Riegel, Harzlandkarte und Geld. Sonst nichts. Habe mir ausgerechnet, dass ich zwischen 17 Uhr und 19 Uhr auf dem Brocken bin. Kurzen Aufenthalt und dann schnell wieder zurück. Möchte gerne bei Tageslicht aus dem Harz wieder raus sein. Und um ca. 3 oder 4 Uhr zu Hause sein. Das war mein Plan. Ach so, natürlich nicht mit meinem Rennrad, das kann ja jeder, nee, das mache mit meinem Singlespeed. Das ist einfach ein Rad ohne Schaltung, oder anders gesagt nur mit einem Gang.
Na, jetzt werden wieder einige sagen, wie kommt man nur auf so einen Blödsinn. Ich weiß, es doch auch nicht. Da kommt mir halt so eine Idee, und die lässt mich nicht mehr los.
Es haben mich auch einige gewarnt, dass das nicht zu schaffen ist. Maximal.300 Kilometer aber nie 400 Kilometer. Na, das sehen wir dann, dachte ich mir und hatte schon wieder meinen "Jetzt-ERST-RECHT-Dickschädel"
Es ist Freitag, der 30.07.2010
Die Wettervorhersage war gut, nicht zu warm und auch nicht zu kalt.
Der Wind blies leicht von vorne und das fand ich gut so. Denn dann hätte ich heute Abend Rückenwind......Oder auch nicht ;-)
Die Wolkendecke war sehr dicht, doch zwischendurch versuchte Klärchen durchzuscheinen. Denn wie immer konnte ich mich auf sie verlassen, wenn ich irgendwelche Aktionen vorhabe. Klärchen lässt mich nicht in Stich.
Also über die ersten 100 Kilometer brauche ich nicht viel zu schreiben. Alles war noch wie vor zwei Jahren. Durch Hameln Richtung Bodenwerder, und dann Richtung Seesen.
Es lief alles recht gut, meine Beine machten ihren Job. Ich war um einiges schneller als damals.
Als ich dann eine lange Steigung fuhr, bemerkte ich, dass mein Rad irgendwie nicht mehr so leicht läuft. Bildete ich mir das nur ein, oder wurden meine Bein schwach???
Ich hielt an und überprüfte mein Hinterlaufrad und stellte fest, dass es nicht mehr richtig lief. Was war das denn jetzt??? Ich wusste es nicht und beschloss das Rad zu drehen auf Fixie. Das bedeutet, dass ich keinen Freilauf mehr hatte, also immer schön treten. Das kann nicht gutgehen, sagte ich mir, das schaffst du nie durch die Berge. Außerdem lief das Hinterrad trotzdem nicht besser. Ich wieder gewechselt und ganz kurz darüber nachgedacht, abzubrechen.
Aber wer glaubt das denn, wenn ich erzähle, dass ich abbrechen musste, weil mein Hinterrad nicht richtig läuft? Niemand!
Bergauf hatte ich immer das Gefühl, es hätte sich jemand an mich rangehängt, bergab rollte ich bestimmt 10 km/h langsamer als normal – und so erreichte ich halt den Harz, aber das sollte noch schlimmer kommen!
So richtig rennradfreundlich ist der Harz eigentlich nicht, entweder wird man auf eine Bundesstraße geführt oder gleich auf die Autobahn. Wanderwege sind eigentlich nicht so gut......eigentlich....
Ich geriet irgendwann mal wieder auf eine Bundesstraße, das hatte ich doch schon vor zwei Jahren, doch diesmal war es mir doch zu heikel. Die LKW sausten mit einem Affenzahn an mir vorbei. Und das ohne Randstreifen, das Hupen fand ich auch nicht gerade stressfrei.
Mit meinem Rad auf der Schulter kletterte ich über die Leitplanken sprang über den Graben (gut, dass mein Rad so leicht ist, hat ja auch keine Schaltung :-) ) und fuhr auf einem Feldweg weiter - und stand dann irgendwann irgendwo im Wald :-). Ich schob, fuhr und trug mein Rad bis ich dann mal wieder eine Straße fand. Wusste ich doch, dass mal eine Straße kommen musste. Nur, wo war ich???
Nach einer gewissen Zeit fand ich dann auch Schilder. Kurz vor Seesen fuhr ich Richtung Bad Grund, das war mir noch gut in Erinnerung, ein schönes Dörfchen. Und das war es natürlich immer noch. Mittlerweile war es 16 Uhr durch, ich fragte einen Einheimischen, wie man am besten Richtung Brocken fährt. Er erzählte mir nichts Neues, weiter nach Clausthal- Zellerfeld. Aber dort sollte ich noch mal fragen.
Für ihn war es unglaublich, als er hörte, wo ich herkomme und wo ich hin will. Und dann auch noch zurück.... Wenn ich es bis 21 Uhr schaffe, wieder in Bad Grund zu sein, gibt er mir ein Bier aus. War zwar nett, aber nach einem gemütlichen Bier war mir gar nicht!
Langsam hörte der Spaß auf, denn es wurde immer steiler und die Anstiege länger. Und mein Rad lief einfach nicht rund. Aber auch Clausthal wurde geknackt und es lief doch noch alles recht gut.....noch....
Der Ureinwohner, mit dem ich dort sprach, meinte es besonders gut zu mir......dachte ich...... Er zeigte mir auf meiner Karte eine Abkürzung zum Brocken. Und ich war natürlich für jeden geschenkten Kilometer dankbar. Nur manchmal ist geschenkt noch zu teuer. Es ging nicht nach Braunlage, dann Schierke und auf zum Brocken, nein, er schickte mich Richtung Torfhaus und da geht ein Weg direkt zum Brocken. Das sah auf der Karte richtig gut aus. Auf der Karte.....ich habe den Weg auch gefunden.......und durfte mein Rad erstmal wieder tragen...Das war ein verdammter Wanderweg, wo ich noch nicht mal mit einem Mountainbike durchfahren würde. Hat der nicht gesehen, was ich unter meinem Arsch habe ????
Die Wanderer, die mir entgegenkamen, sahen einen Mann in Radlerklamotten mit Helm und Brille und alles was sonst so, der sein Rad schulterte.
"Das ist auch nicht das richtige Rad hierfür", meinte eine sehr nette Frau. „Wieso?“, war meine Antwort, „Es hat mich 190 km getragen, dann kann ich es doch die letzten 10 km tragen. Das nennt man Teamwork!"
Einen Kilometer vor meinem Ziel erreichte ich die asphaltierte Straße zum Brocken. Ich fuhr hinauf und dachte mir ein Eis zu gönnen, wenn ich oben bin.
Um 18:15 Uhr stand ich oben auf dem Brocken und es wurde immer kälter, ohne dass ich ein Eis hatte, denn es war schon alles zu.
Eine Gruppe Jugendlicher traf ich dort die freundlicherweise ein paar Fotos von mir machten. Dann rief ich Martina an, das ich gut angekommen bin und dann ein telefonischer Geburtstagsgruß vom Brocken für eine sehr liebe Bekannte aus dem Radclub.
Der Wind wurde heftiger und kälter, ich machte mich auf den Rückweg. Mein erstes Ziel war erreicht, 201 km hatte ich hinter mir. 201 km musste ich noch!
Die Abfahrt Richtung Schierke war mit einem Straßenrad auch nicht so richtig prickelnd, es war zwar alles asphaltiert, aber mit unheimlichen Schlaglöchern. Da wäre mein neues Mountain-Bike besser geeignet gewesen. Mal schauen, vielleicht mal im Winter :-)))
Mit klappernden Zähnen ( kein Witz ) fuhr ich bergab. Und war heilfroh endlich in Schierke einzutreffen. Ich hoffte, dass ich dort noch einen Supermarkt oder Tanke finden würde, die noch auf hatte. Denn mein Proviant war restlos aufgebraucht. Um 18 45 Uhr erreichte ich einen Supermarkt der um 19 Uhr schließen wollte. Rasch fühlte ich meinen Proviant etwas auf. Es brauchte nur reichen, bis ich aus dem Harz raus bin, denn Richtung Hameln
waren einige Tankstellen, die 24-Stunden-Service hatten. Aber bis dorthin sollte es noch ein langer Weg sein.
Braunlage hatte ich hinter mir und es lief recht gut (mal abgesehen von meinem Hinterrad)
Ich hatte gute Laune und Klärchen war wieder vor mir aber verabschiedete sich langsam. Aber es sah so aus, dass ich noch locker bei Tageslicht aus dem Harz raus komme.
Mir war schon klar, dass über Clausthal-Zellerfeld, Bad Grund und dann Seesen ein Umweg ist, also verließ ich meine geplante Tour und bog ab Richtung Osterode. Entlang des Sösestausee war eine tolle Abfahrt und landschaftlich einmalig schön. Ich fraß die Kilometer und alles sah gut aus. In Osterode fragte ich mich wieder durch Richtung Holzminden oder Hameln. Ich bekam eine gute Wegbeschreibung von einer Frau die als erstes sofort geschnallt hatte, dass ich keine Autobahn bzw. Bundesstrasse benutzen darf.
Als ich Osterode verließ, beschloss ich meine Leuchten anzubringen und mit Licht weiter zu fahren. Und musste es hinnehmen, dass ich die Halterung für mein Rücklicht verloren hatte. Nicht gut, weil meistens ja doch kein Randstreifen vorhanden ist. Ich fummelte mein Rücklicht so an meinen Rucksack, dass man es gut sehen konnte.
Das Unheil nahm sooo langsam seinen Lauf, aber ich merkte noch nichts und fuhr weiter.
Die Sicht wurde immer schlechter und es wurde auch immer kälter. Die Schilder konnte ich kaum noch erkennen mit meiner Funzel. Aber ich war guten Mutes und fuhr recht ordentlich mit ca. 30 km/h, als ich plötzlich ohne Vorwarnung richtig einen durch die Knochen bekam und ich fast aus den Sattel flog. "Schei...,Schlaglöcher und ich seh` die kaum.“
Auf den Asphalt konzentriert fuhr ich weiter und übersah dabei wohl ein paar Schilder.
Es war inzwischen stockduster, und jedes Dorf sah gleich aus mit Namen die ich noch nie gehört habe. Wo war ich? Bin ich noch richtig? Ich darf nicht zu weit südlich fahren, sonst komme ich noch irgendwo vor Kassel raus. Solche Fragen und Gedanken gingen mir durch den Kopf. Die Kälte zog Energie aus meinen Körper, meine Beine waren auch nicht mehr stark. Steigungen wurden zur Qual, weil ich auch nicht sehen konnte wie lang diese waren. Und die Ungewissheit, ob ich noch richtig bin, trug auch ihren teil dazu bei, dass ich langsam eine Erschöpfung in mir spürte. Wo war ich nur?
Zwei Stunden irrte ich so rum bis ich dann meinen endgültigen Hammer bekam. Ich war an einer Kreuzung angelangt wo ich schon vor zwei Stunden gewesen war. Ich war im Kreis gefahren...ich konnte das gar nicht glauben...aber es war so.... Punkt! Verzweiflung wollte sich breit machen, aber das ließ ich nicht zu. Ich wollte ja nicht als Gegenstück zum Ötzi enden. So in 100 Jahren finden die mein Skelett umarmt mit Fixie und nennen mich dann Harzi.
Das war mit Abstand meine größte Sorge, mehr oder weniger ;-)
Okay, dachte ich mir, du holst jetzt aus dem Geldautomaten Kohle und chekst irgendwo ein. Dann war es eben nicht zu schaffen. Na ja, das Problem war nur, die Banken schließen alles ab.....alles dicht...keine Chance irgendwie an Geld zu kommen. Und wenn ich auch welches bekommen hätte, es war nichts mehr auf. Kein Gästehaus, Kneipe oder ähnliches. Ich fuhr von Dorf zu Dorf, aber überall das gleiche Spiel. Mittlerweile war es mir schon bitterkalt. Noch nicht mal eine Bullerrei. Ich wäre glatt reingegangen und hätte den Beamten meinen neuen Helm vor den Kopf geschmissen, Hauptsache er sperrt mich in einer warmen Zelle ein.
Oh Mann, wo bin ich bloß? Das gibt es doch gar nicht! Wieder kam ich durch ein Dorf und da sah ich es, ganz einsam in einer Seitenstraße: Ein Licht von einer Kneipe. Ich hin und rein.
Es war eine Vereinskneipe vom dortigen Fußballclub. Ein paar Spieler standen und saßen um die Theke und waren schon gut gefüllt . Und am meisten der dahinter.
Nun stand ich da, mitten in der Kneipe, durchfroren mit Trikot und Radlerhose, Armlinge und Helm. Als sie mich bemerkten, schauten sie mich an, als wäre ich ET. Und es wurde schlagartig ruhig". "Ich bräuchte mal Hilfe“, und erschrak über mein Stimme die völlig fertig klang, aber es war definitiv meine. "Haste `nen Platten?", fragten gleich mehrere.
Ich fragte den Wirt, ob er Zimmer vermietet. Der verstand gar nichts mehr, aber hatte ca 10 Übersetzter um sich, die verstand er besser, was mir ein Rätsel war. Nein, hatte er nicht.
Ob er mir ein Großraum Taxi rufen könnte? Wieder verstand er nichts aber die zehn eifrigen Übersetzter erklärten ihn das schon.
Nachdem er telefoniert hatte, sagte einer ich, sollte mich erstmal setzten und gab mir eine Cola aus. Er ist früher auch immer Rad gefahren und wollte wissen, wo ich herkam. Ich erzählte von meiner Tour, ungläubige Gesichter schauten mich an. Und irgendwie wollte mir jeder ein Bier ausgeben. Aber ich wollte eigentlich erstmal nur wissen, wo ich bin, aber noch mehr ein warmes Bett. Die Jungs nannten mir irgendwelche Ortsnamen.
Und dann kam der Taxifahrer herein, und dieser sollte mein persönlicher Held dieses Abends werden.
Alle waren sich einig, dass um diese Uhrzeit (kurz vor Mitternacht) in diesem Dorf nichts zu machen wäre. Nachdem ich hinten im Bulli mit meinem Rad Platz genommen hatte und noch einer der Einheimischen mit fuhr, ging es ins nächste größere Dorf. Dort stieg mein Mitfahrer aus und bezahlte bis dahin. Ich sagte dem Fahrer, dass wir erst Geld besorgen müssten, keine Chance sagte er nur. Die Innenstadt sei vollständig gesperrt, er fuhr zu einem Hotel etwas außerhalb: geschlossen. Die Optionen gingen langsam aus. Er rechnete ab und ich musste ihm 10 Euro bezahlen, die hatte ich noch.
Dann setzte er sich an seine Funke und rief seine Kollegen an und legte alle anderen Touren die er noch hatte auf seinen Kollegen. Vertröstete die, die schon auf ihn wartenden und nahm mich mit zur nächsten Stadt, unterwegs rief er seinen Bekannten an, der hatte ein Hotel, zwar schon geschlossen, aber wir sollten ruhig kommen.
Dort angekommen war mein Zimmer schon vorbereitet, ich verabschiedete mich von meinem Taxifahrer, der mir noch alles Gute für meine Rückfahrt wünschte. Während der ganzen Zeit hat dieser sich nicht einmal aus der Ruhe bringen lassen, im Gegenteil, er war immer besonders freundlich und zuvorkommend. Ein toller Mensch, ich war zu müde aber doch froh so jemanden begegnet zu sein.
Ich konnte das Zimmer mit Karte bezahlen und fiel total erschöpft ins Bett. Aber ich wusste immer noch nicht, wo ich denn überhaupt bin. Das kläre ich morgen früh, dachte ich mir, und schlief um mittlerweile ein Uhr nachts ein.
Samstagmorgen um 8 Uhr ging ich die Hoteltreppe runter zum Frühstück. War frisch geduscht und hatte meine Radklamoten wieder an.Wollte mich nach dem Frühstück neu orientieren und dann weiter.
Da sitze ich so am Tisch bei Brötchen und Kaffee und schaue nach draußen, wo Klärchen schon ziemlich hell scheint, da traue ich meinen Augen nicht. Da steht genau vor meinem Hotel ein Schild: nach Hameln 65 km. Na super, da bin ich ja gar nicht so verkehrt gewesen.
Ich fuhr die 130 km nach Hause mit einem Gefühl versagt zu haben und musste daran denken, was mir jemand erzählt hat, 300 km ist vielleicht möglich, aber nicht 400. Ich habe nach genau 301 km aufgegeben gestern. Und doch war ich froh, dass ich nicht das Schild Richtung Hameln gefunden habe, wer weiß, vielleicht hätte ich es dann doch noch versucht, und das wäre nicht gut gegangen. Das muss ich mir jetzt einfach mal eingestehen. Im Dunkeln zu fahren, wenn man sich nicht auskennt, kann ich niemandem empfehlen.
Ohne Probleme war ich kurz nach 13 Uhr zu Hause, legte mich hin, alle Viere von mir gestreckt, und so fand mich Martina am Abend auch vor. :-)
Das Ganze sollte ja dazu dienen ob ich die 24 Stunden auf dem Nürburgring fahren kann. Es war so etwas wir eine Probe. Man sagt ja, wenn bei der Generalprobe alles schief läuft, dann läuft die Premiere richtig gut. Das sehe ich ja dann am 20.August auf dem Ring. ;-)
Bis denne und alles Gute
ANDREW
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| geschrieben von Andrew |
| 23.06.2010 |
| News | |
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Auf der Stelle fahren für den guten Zweck
Ordentlich bluten ließen die Triathleten des S.C. Aquarius Löhne und die Radsportler des RTC Kirchlengern ihren Sportkameraden Jürgen Mohrmann. Anlässlich des 25-jährigen Firmenjubiläums seiner Firma „Mohrman Lackier- und Karosseriezentrum“ veranstaltete er einen 25-Stunden Radmarathon für einen guten Zeck. Eingebunden in das Volksfest „Mennighüffener Sommer“ wurde am Samstag um 16:00 Uhr gestartet. Gefahren wurde im 1-stündigen Wechsel auf einem fest montierten Rennrad und als am Sonntag um 17:00 Uhr der 25. Radler vom Rad stieg, waren über 700 Kilometer absolviert. Bei 50 Cent Spende pro Kilometer aus Mohrmanns Tasche und der jeweiligen Startspende der Radsportler kam ein hübsches Sümmchen zusammen, das an das „Femina Vita“ Mädchenhaus in Herford geht, ein Projekt, das Gabi und Jürgen Mohrmann das gesamte Jahr über unterstützen. Mohrmann, Aktiver und Förderer bei beiden Vereinen konnte auf die volle Unterstützung seiner Vereinskollegen setzen und fand selbst Radler für die „begehrten“ Nachtstunden zu besetzen. „Jürgen und Gabi sind sozial sehr engagierte Menschen, die auch in beiden Vereinen immer da sind, wenn eine helfende Hand gebraucht wird. Ist doch klar, dass wir als Verein bei so etwas dabei sind“, so Frank König von den Triathleten des SCA. „Auch wenn wir ihn haben bluten lassen. Ich glaube, er zahlt gerne“.
Insgesamt für alle ein Riesenspass für einen guten Zweck. Im Oktober werden die Spenden im Rahmen einer Feierstunde an das Mädchenhaus übergeben.
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| geschrieben von Frank König vom SCA |
| 18.06.2010 |
| News | |
Olli Kahn hilft über alle Hügel |
251 Starter bei der Radtouristikfahrt des RTC Kirchlengern
Gemäßigter Ehrgeiz
Kirchlengern. Ganz Deutschland kennt derzeit nur ein sportliches Thema: Die Fußball-WM in Südafrika. Ganz Deutschland? In Kirchlengern trafen sich einige unentwegte Radler, die offensichtlich noch mehr auf die Stärke der eigenen Waden fixiert waren. Und an keinem der 251 Rennlenker wedelten schwarz-rot-goldene Fähnchen. Mit dabei war NW-Mitarbeiter Dirk Gesemann.
Klingeltöne gingen mir schon immer auf die Nerven - besonders die, die mich am Morgen um 7.15 Uhr aus dem Schlaf reißen. "Warum müssen diese Radtouristikfahrten nur so früh beginnen?", denke ich. Leider ist dem Fußball-Marathon der Vortage auch die gesamte Vorbereitung des Drahtesels zum Opfer gefallen (ein Fehler, wie sich herausstellen wird). Egal, schnell die Kette geölt - der Vorderreifen soll dann am Start noch schön stramm gepumpt werden.
Auf dem Hof der Gesamtschule Kirchlengern hat sich das kunterbunte Radfahrer-Volk bereits versammelt. Von Günther Pfeil und Gabi Richlick bekomme ich Rückennummer und Streckenplan. Sie strahlen angesichts der Teilnehmerzahl wenig Euphorie aus. "12 Grad war wohl Einigen ein bisschen zu kühl", meint Pfeil. "Weicheier" würde Olli Kahn dazu wohl sagen, denke ich. Der WM-Experten-Talk hat offenbar auch bei mir schon Spuren hinterlassen. Glücklicherweise hat das hier heute rein gar nichts mit Fußball zu tun.
Trotz zweistündigem Zeitfenster für den Start stehen hier fast alle um 7.55 Uhr schon vor dem Absperrband und scharren mit den Hufen - auf dass RTC-Vorsitzender Edgar Edwards die Strecke doch endlich freigebe: die ganz Ehrgeizigen in den ersten Reihen. Ich nenne sie mal die Stürmer. Bei ihnen ist noch nicht so richtig angekommen, dass so eine Radtouristik eigentlich gar kein Wettkampf ist. Zumindestens gibt es ja keine Zeitmessung. Die Stürmer verlieren trotzdem kaum Zeit an den Kontrollstellen und schlingen ihr Früchtebrot bestenfalls hastig herunter.
Es folgt das Mittelfeld: ambitionierte Fahrer, die Spaß und Sport verbinden und nebenbei auch mal ein Pläuschchen halten. Und schließlich die Defensive: sympathische Lust-Radler, die das Gemeinschaftserlebnis, die Natur und den Klang surrender High-Tech-Ketten und -Ritzel genießen. Keine Vuvuzela am Straßenrand - nur ein wild kläffender Hund, der sich anstrengt, schneller zu sein als wir.
Eine Radtouristik wird ohne Libero gespielt - es sei denn, man interpretiert den traurigen Pechvogel, der bereits nach 3 Kilometern in Häver mit Reifenschaden am Wegrand steht, als solchen letzten Mann.
Ich fahre in einer Gruppe irgendwo am Ende des Sturmes, oder am Beginn des Mittelfeldes? Egal, auf jeden Fall bin ich ganz schön am hecheln. Und ich denke an Jogi Löw, wie er doch so treffend formuliert: "Dann musst Du aber auch in der Lage sein, dieses Tempo über 90 Minuten zu gehen!" Nach 50 Minuten hat sich das eh erledigt. Mein Vorderreifen wird langsam schlapp. Er war dem erhöhten Druck wohl nicht gewachsen. "Nimm Dir ein Beispiel an Miro Klose - der schafft es doch auch!", fluche ich.
Selbstmitleid ist jetzt völlig fehl am Platz. Olli Kahn würde Sätze zu mir sagen wie "Jetzt wird sich zeigen, ob Du ...Ersatzschläuche... hast!" oder "Du musst immer weittterffahren - weittterffahren ... zur Not auch in total öder Alleinfahrt durch Oberholsten, Bad Essen und Büscherheide!"
Doch so schlimm kommt es gar nicht. Nach gelungener Reparatur plaudere ich am nächsten Kontrollpunkt mit RTC-Pressechef Detlef Thorausch über die wirklich großen Probleme der Welt wie die zweimalige Auffahrt zum Tourmalet bei der diesjährigen Tour de France. Da kommt eine Gruppe recht fit aussehender Radler, Typ Mittelfeld, vom RC Endspurt Herford angerollt. Sie sind später auf die Strecke gegangen - ein Glück für mich.
Ist wohl eine gute Idee, mich den sympathisch wirkenden Rothemden anzuschließen. So geht’s dann doch noch recht fröhlich und kommunikativ auf den Rest der Strecke und dem Ziel entgegen. Und dann kann ich mich jetzt auch wieder voll und ganz auf Fußball konzentrieren - und Olli Kahns fundierten Taktik-Seminaren entgegenfiebern.
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| geschrieben von Dirk Gesemann für uns und die NW |
| 21.03.2010 |
| News | |
Tag der offenen Tür bei Bernd Blöte |
Wenn man den Regen vergisst, war der Sonntag bei Bernd Blöte ein ganz tolles Event. Von außen leicht angefeuchtet kamen die Rennradler und Mountainbiker in Schweicheln an. Bernd hatte keine Mühen gescheut und sein Firmengelände super ausgestattet. Es waren diverse Aussteller namhafter Fahrradhersteller anwesend. Unter Zelten wurden die neuesten Modelle vorgestellt. In den erweiterten Geschäftsräumen wurde Beratung groß geschrieben und man konnte mit den anwesenden Gästen fachsimpeln oder sich über die vergangene Saison austauschen.
Um 11 Uhr war geplant in einer geführten Tour, die „Permanenten“ unseres Vereins abzufahren. Am Start hatten sich ca. 20 Teilnehmer des RC Endspurt Herford und des RTC Kirchlengern eingefunden. Nach einem wärmenden Kaffee und einem Brötchen im Laden, ging es los. Da sich der Regen aber nicht verringerte, entschlossen sich die Teilnehmer spontan, auf die siebziger Runde zu verzichten und auch die vierziger Runde im Sternfahrtmodus ausklingen zu lassen. Jeder strebte, nass bis auf die Haut der Heimat entgegen. Nach einer Dusche oder einem wärmenden Bad, traf man sich im Anschluss mit dem Auto wieder in Schweicheln. Hier ließ man den Tag ausklingen und ist sich einig, dass man eine Menge Spaß hatte, der auch durch das Wetter nicht getrübt wurde.
Es war ein Saisonstart, an den man sich lange erinnern wird und der im nächsten Jahr wieder, aber mit besserem Wetter, stattfinden sollte.
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| geschrieben von Detlef |
| 14.03.2010 |
| News | |
Anradeln - Unsere erste Tour 2010 |
Was konnte man nach diesem Winter auch erwarten?
Unsere Hoffnung auf ein trockenes und eventuell sonniges Wetter für unsere erste Radtour des Jahres 2010 wurde jedenfalls nicht erfüllt. Die Temperaturen lagen im Kühlschrankbereich und Petrus schickte immer wieder einen Regenschauer.
Als wir um 10 Uhr in Kirchlengern starteten waren wir schon eine starke Truppe, die sich Richtung Löhne bewegte. Auf halbem Weg kamen uns Gabi und Jürgen entgegen. Sie hatten es wohl nicht mehr ausgehalten und wollten unbedingt ein paar Kilometer mehr auf dem Tacho haben. Bei Jutta und Jürgen war dann der allgemeine Treff, beim dem sich viele mit großem „Hallo“ begrüßten. Schließlich hatten sich die meisten seit der Weihnachtsfeier nicht mehr gesehen.
Da weitere dunkle Wolken aufzogen und neuer Regen drohte, fuhren wir auf den kürzesten Nebenstrecken die wir finden konnten in Richtung Bischofshagen. Ellen mit 7 Jahren unsere jüngste Teilnehmerin, zeigte sich den Steigungen gut gewachsen und legte ein tolles Tempo vor.
Bei Nicole und Martin (STEKO-Transporte) wurden wir wie immer herzlich willkommen geheißen. Der Grill verbreitete Wärme und die erste Bratwurst verströmte einen herrlichen Duft. Dieser Duft wurde durch einen steten und nicht sehr schwachen Wind leider immer wieder in Richtung Osten mitgerissen. Das war auch der Grund warum wir den gastlichen Ort, leider viel zu früh verlassen mussten. Denn auch wenn man „Herforder“ mit Handschuhen trinkt, wärmt es nicht besser. Der einsetzende Regen und der Gegenwind auf dem Heimweg zerstreute die anfänglich noch munteren Radler und jeder strebte seiner Heimat zu.
Als Gewissheit bleibt uns aber, dass dies ein schöner Tag war, an den wir uns gern erinnern. Verbunden mit der Hoffnung, mit Nicole und Martin bei herrlichem Sonnenschein eine Radtour zu unternehmen, bei der beide einmal unsere Gäste sein können.
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| geschrieben von Detlef |
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